Tiefwerder ist in Gefahr 

Das Fischerdorf Tiefwerder existiert seit 1816. In den 20er Jahren entstand „Klein-Venedig“. Ein Idyll mit Gärten, Lauben, Wiesen und der typischen vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt.

Das Gebiet bot Freude und Erholung für die Dorfbevölkerung, Besucher, Laubenpieper, Familien und Kinder. Bis zum Jahr 2004.

Da hat das Grünflächenamt Spandau – unter dem Titel „Renaturierung“ – 67 Laubenpiepern gekündigt. Zu Unrecht! stellte das Kammergericht später fest. Doch da waren viele schon fort.  Einschüchterungen hatten ihren Zweck erfüllt.

Die Lauben der widerrechtlich entmieteten „Pieper“ wurden abgerissen, Böschungen gerodet, über 100 Bäume gefällt. Eine Freizeitoase und der Lebensraum vieler Tiere wurde zerstört. Finanziert aus gut 2 Millionen Euro Fördergelden.

Aus 16 Hektar offenen Wiesen – öffentlichem Land – wurden 16 Hektar eingezäunte Nutzfläche für kommerzielle Betriebe mit Rindern, Schafen und Ziegen.

Renaturierung ist das nicht. Und mittlerweile hat das Amt auch eine neue Begründung für die Tierhaltung:

  • es wolle Geld für die Mahd sparen. Da jedoch Vieles nicht abgefressen wird, wird dennoch gemäht. Selbst in Brutzeiten oder wenn Bienen auf die Blumen und Gräser dringend angewiesen sind.

Seit Jahren arbeitet das Amt daran, die Menschen aus dem Gebiet zu vertreiben. Dagegen wehren wir uns.

Kahlschlag in 4 Schritten. Das Amt nannte es Landschaftsschutz – tatsächlich war es Willkür und Ausgrenzung der Menschen.

Schritt 1: Die Idylle wurde brutal zerstört.

Vorher

Nachher





Schritt 2: Ursprüngliche Biotope wurden plattgemacht.

Vorher

Nachher





Schritt 3: Kilometerlange Elektrozäune riegeln die Wiesen ab. Lebensgefahr im Erholungsgebiet.

Vorher

Nachher





Schritt 4: Weideland für private Unternehmen statt blühendes Land für alle.

Vorher

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Sie möchten mehr wissen über:

– die Pläne des Bezirkes?
– die Konsequenzen der Maßnahmen des Bezirkes?
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Wir nehmen Landschaftsschutz ernst

Die kleinen Kanäle in Tiefwerder sind sensibel. Der Urin der Tiere (ca. 30 Liter pro Rind pro Tag) und der Kot gelangt ins Wasser. Die Kanäle verkrauten. Die drohende Folge: Sauerstoffmangel, das Gewässer kippt um, Fische sterben. Die Zäune müssten mehrere Meter Abstand zu den Ufern haben! Stattdessen gibt es Badestellen für die Tiere….

Wir meinen, der Mensch ist Teil der Natur

Landschaftsschutz ist wichtig. Und die Forschung belegt: Konzepte der Trennung von Mensch und Natur funktionieren nicht. Deshalb wehren wir uns gegen diesen sogenannten Naturschutz, der vorgeschoben wird, um die Menschen zu vertreiben und die Landschaftspflege einzusparen.

Wir denken, dass Wiesen frei zugänglich sein sollten

Die Wiesen sind öffentliches Land. Sie dürfen nicht für ein paar Rinder, Schafe und Ziegen „privatisiert“ und komplett von Elektrozäunen eingeschlossen werden. Hier sollen Kinder spielen und erholungssuchende Menschen wieder ausspannen können.

Wir wehren uns gegen weitere „Aussperrungen“ des Menschen

Das Amt sagt öffentlich (Zitat aus dem Spandauer Volksblatt) : „Die Wasserbüffel sind ein Aspekt im Kampf um öffentliches Gelände.“
Die Freunde Klein-Venedigs fragen sich:
Gegen wen kämpft das Amt? Gegen seine Bürgerinnen und Bürger? Gegen uns? Gegen ein gesundes, gewachsenes Zusammenleben?

Wir setzen uns dafür ein, die gebietstypischen Strukturen zu schützen.
Wir fordern einen Rückbau von Zäunen, eine Wiederöffnung von Flächen für die Öffentlichkeit und den Respekt vor den Menschen, die hier leben.


16 ha

frühere Erholungsfläche
wurden eingezäunt


67

Lauben und Gärten wurden
entmietet und abgerissen


ca. 30

Liter Urin pro Rind gelangen täglich in Böden und Wasser


1,15 Mio. €

wurden für eine künstlich aufgeschüttete Insel ausgegeben.
Sie ist kurz danach
wieder versunken

Bericht der Berliner Morgenpost (25.05.2008)

Amtswillkür – Kammergericht verbietet Räumung von Gärten

Laubenbesitzer in „Klein Venedig“ setzen sich gegen Naturschutzamt zur Wehr

Von Sebastian Eberle 

Spandau Das Bezirksamt Spandau hat vor Gericht eine empfindliche Niederlage erlitten. In einer gerichtlichen Auseinandersetzung um die Räumung von Kleingartenparzellen im Landschaftsschutzgebiet Tiefwerder durch das Naturschutzamt bescheinigte das Kammergericht der Behörde Amtswillkür. Laut Urteilsbegründung stellte die 2005 gegen einen Laubenbesitzer ausgesprochene Kündigung einen Verstoß gegen das Grundgesetz dar. Das in Artikel 3 festgeschriebene Verbot willkürlichen Verhaltens sei verletzt worden, da es keinen sachgerechten Grund für die Kündigung gegeben habe.

Der ganze Artikel sowie weitere Meldungen stehen unter Aktuelles Was die Zeitungen melden

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Informationen über Feste, Mitgliederversammlungen des Vereins, den Pflohmarkt (der Tiefwerder-Pflanzen-Tausch-Floh-Markt),  Workshops Gerichtsurteile und vieles mehr finden Sie hier:

Schöne Bilder – Bitterer Ernst

Hinweis: Bei Klick oder Touch der einzelnen Bilder erscheint ein Hinweistext.

Ans Wasser kommt man leider kaum noch


Viele Bäume haben die Maßnahmen des Amtes nicht überlebt


Der Abriss ihrer Laube hat der alten Dame das Herz gebrochen


Schmalspur- wandern in Tiefwerder. Platz haben nur die Rinder.

Beste Nahrung unserer Bienen Weggemäht vom Amt


Drachen steigen lassen? Nicht mehr auf den Tiefwerder Wiesen


Sie nisten gern in der Nähe von Menschen.

Da hat der Fuchs wenig Chancen.


Hier haben die Kinder aus Tiefwerder gespielt. Vorbei. Alles umzäunt.