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Wildschweingeschichten aus Klein-Venedig

Wildschwein in Tiefwerder

Zahlreiche Geschichten gibt es über sie und beim Grillen oder am Lagerfeuer werden sie ausgeschmückt und weiter erzählt….und bei jeder Erzählung werden die Wildschweine größer und zahlreicher… An solchen Abenden trauen sich die meisten Laubenpieper nur mit rasselndem Schlüsselbund nach Hause…- Das Schlüsselgeräusch, so sagt man, würde die Schweine vertreiben.

Fast jeder, der in Klein Venedig lebt oder eine Laube hat, hatte schon einmal eine Begegnung mit einem Wildschwein… oder sah das Wildschwein, das links neben dem Steg unterhalb der Treppe, die zum Wald führt, sein Schilfbett gebaut hatte, dort schlafen.

An dieser Stelle wollen wir die Geschichten sammeln, seien sie nun schauerlich oder erfreulich. Wer hat welche Erlebnisse mit Wildscheinen in Tiefwerder? Bitte reichen sie Ihre persönliche Wildschwein-Geschichte unter  info@tiefwerder.de ein.

Totes Wildschein im Kofferraum des Jägers

Ich selbst hatte kürzlich folgende Begegnung… Abends kam ich von der Arbeit nach Hause, lief schlüsselklappernd über die Dorfstraßenbrücke… da kam mir ein Jeep von den Tiefwerder Wiesen entgegen. Der Fahrer hielt neben mir: Es war einer der beiden Jäger, die hier eine Lizenz zum Wildscheinjagen in Tiefwerder haben. Stolz erzählte er, dass er gerade eine Sau erlegt habe und zeigte sie mir auch gleich… ich fotografierte mit dem Handy.

Interview mit dem Wildschweinjäger

Ich habe die Gunst der Stunde genutzt und den Jäger, der anonym bleiben möchte, da ihm Tierschützer schon öfter die Reifen zerstochen haben, interviewt:

 

FKV: Was passiert jetzt mit der Sau? Essen sie die selbst?

Jäger: Die kommt zum Fleisch-Beschau…wird auf Parasiten untersucht und anschließend wird sie vergeben… Gibt immer Anfragen von verschiedenen Leuten.

FKV: Schmeckt denn das Wildschwein von hier?

Jäger: Ja, lecker.

FKV: Wie viele schießen sie denn so im Jahr?

Jäger: Kommt ganz darauf an wie viel Zeit ich habe. Letztes Jahr 20. Aber es scheint auch Wilderer zu geben. Letztens gab es Einschusslöcher in einer Laube!

FKV: Ernsthaft?

Jäger: Ja, und Wilderei ist echt nicht lustig. Vor allem, weil die Kerle keine Ahnung haben. Die schießen alles, was ihnen vor die Flinte kommt. Dabei ist es total wichtig, keine alten Bachen zu schießen. Die Bachen bewachen ihre Rotte und schützen die Jungbachen vor den Keilern. Fehlt die alte Bache, dann machen sich die Keiler über alle Jungbachen her und im nu hat man unendlich viel Nachwuchs. Dass führt dann dazu, dass hier plötzlich in Klein Venedig nicht nur eine Rotte rumzieht sondern mehrere.

FKV: Das hört sich nicht gut an. Was können wir tun?

Jäger: Sie könnten helfen und nachts Schüsse zählen und die Uhrzeit notieren, wenn sie welche hören. Wir könnten dann abgleichen, ob ich in der Zeit da war.

FKV: Okay…

Jäger: Jetzt muss ich aber los…

Am nächsten Morgen ging ich mit dem Hund spazieren und schaute als ich die Treppe zum Steg hinunter kam, ob dort das Wildschwein schläft, das dort sonst immer schläft. Aber das Schilfbett war leer. Und es blieb bis heute leer. Es war wohl das Schwein, das im Kofferraum des Jägers lag.

Infos Thema Wildschweine:

Infoservice zu Wildschwein + Co.

Wildtiertelefon bei den Berliner Forsten:

Im Juni 2006 wurde ein neuer Service der Berliner Forsten eingerichtet: das Wildtier-Telefon 030 / 64 19 37 - 23 (auch als eMail  wildtiere@senstadt.berlin.de).

 Webinfos der Stadtentwicklung